Gaming für Jungen, Beauty für Mädchen?
Auffällig ist dabei, dass die erfolgreichsten YouTuberinnen und YouTuber gerade für die Themen bekannt sind, die typischen Geschlechterklischees entsprechen: Schminke und Mode für Mädchen, Videospiele für Jungs. Tillmann erklärt das Nutzungsverhalten damit, dass die Jugendlichen in den sozialen Medien nach Bestätigung der eigenen Geschlechterkonstruktionen suchen. "Wenn ich als Junge 'Let's Plays' (Videos, in denen jemand ein Videospiel spielt, Anm. d. Red.) anschaue, dann ist das eben als 'typisch männlich' angesehen - ich kann mich darüber 'männlich' positionieren und finde Anschluss."
Influencer zeigen sich in erwartbaren Rollen
Trotzdem seien nicht nur die sozialen Medien Schuld an diesen Geschlechterkonstruktionen. "Wenn schon bei der Geburt die erste Frage, die gestellt wird, die ist, ob es ein Mädchen oder ein Junge wird - und sich die Welt dann in rosa und blau differenziert, ist es nicht verwunderlich, dass sich auch Mediennutzungspraktiken unterschiedlich entwickeln", sagt Tillmann.